Die gestiegenen Preise für Strom, Kraftstoffe und alle Energieträger führen in immer mehr bulgarischen Gemeinden zu Problemen mit der Straßenbeleuchtung und dem öffentlichen Verkehr, warnen Bürgermeister. Vertreter von Branchenverbänden alarmieren, dass die um das Mehrfache gestiegenen Stromrechnungen sich nachteilig auf Gastronomie und Hotellerie auswirken.
Die Rechnungen für Strom und Brennstoffe zum Heizen der Gemeinde Kardzhali haben sich im November letzten Jahres im Vergleich zum gleichen Monat 2020 mehr als verdoppelt, informierte der Bürgermeister Hassan Asis auf der Website der Kommune. Die Bereiche Bildung und Sozialhilfe haben den größten Anteil an den Kosten, aber auch die in Rechnung gestellten Gelderfür Straßenbeleuchtung seien nicht gering. Der Bürgermeister warnt davor, dass die hohen Preise die Kommunen zwingen werden, an Kapitalkosten für die Reparatur von Straßen, Gehwegen und Parkanlagen, Schulen und Kindergärten zu sparen. „Bei diesen Preisen benötigt die Gemeinde 255.754 Euro monatlich allein für Strom und Brennstoffe“, sagte Hassan Asis. Er forderte daher den Staat auf, die lokalen Behörden zu unterstützen, sobald der Haushalt des Landes verabschiedet ist.

Viele Gemeinden in der Region Kardzhali greifen zu Sparmaßnahmen und lassen ihre Ortschaften im Dunkeln. In Kirkowo zum Beispiel wird die Straßenbeleuchtung nach 22.00 Uhr ausgeschaltet. In Ardino leuchten die Straßenlampen nur zwischen 18.00 und 21.00 Uhr und von 6.00 bis 7.00 Uhr.
Zu verschiedenen Sparmaßnahmen greifen die Gemeinden im ganzen Land. Die drastische Erhöhung der Stromrechnungen hat auch die Gemeinde Warna getroffen. Doch dort will man nicht an der Straßenbeleuchtung sparen. Es gebe noch immer Reserven, versichert der stellvertretende Bürgermeister Pejtscho Pejtschew und fügt hinzu, dass der öffentliche Nahverkehr kritisch sei. Dafür seien die Rechnungen um das 3,5-fache gestiegen.
Ekaterina Jordanowa, Vorsitzende der Union der Gewerkschaften im Verkehrswesen alarmiert, dass viele öffentliche Verkehrsunternehmen in Bulgarien vor dem Bankrott stehen.
„Weder die öffentlichen Verkehrsmittel noch bestimmte Linien können eingestellt werden“, sagte Jordanowa. „Im Gegenteil, wir brauchen mehr, denn die Menschen müssen Abstand halten. Wir brauchen auch mehr finanzielle Mittel für die Desinfektion der Fahrzeuge. Jetzt sind die Busse anders als zu Beginn der Epidemie wieder überfüllt und das ist besorgniserregend. Der Staat muss eingreifen und uns unterstützen, denn wir werden sehr bald ohne öffentliche Verkehrsmittel dastehen“, warnt die Gewerkschafterin.

Aufgrund der enormen Stromkosten und des reduzierten Umsatzes unter den Bedingungen der Epidemie werden ab dem nächsten Monat 15% der Restaurants und vier Hotels in Stara Sagora vorübergehend schließen.
„Die Situation ist äußerst besorgniserregend und niemand kann mehr als einen Monat im Voraus planen“, sagt Weni Petrowa, Vorsitzende der Hoteliers und Gastronomen in der Stadt. Sie zitiert Informationen, denen zufolge bereits 30% der Hotels im Land geschlossen haben. Die meisten ihrer Kollegen teilen mit, dass sie trotz staatlicher Maßnahmen ihre laufenden Kosten nicht tragen können und sie nur einen kleinen Schritt vor der Insolvenz stehen.
Redaktion: Diana Zankowa nach Beiträgen von BNR-Kardzhali, BNR-Wana und BNR-Stara Sagora.
Übersetzung: Georgetta Janewa
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